Gänseblümchen, Dampfgarer und Apfelernte

aepfel.pngNachtrag Mitte April

Vorgestern habe ich – obwohl es kaum wichtig ist – intensiv recherchiert, wann welche Apfelsorten geerntet werden. Gestern habe ich Infos über Dampfgarer als Einbaugeräte gesucht. Heute überprüfe ich die Blütezeit von Gänseblümchen. Es ist wirklich erstaunlich, was ich alles nachsehen „muss“, um dieses Buch zu schreiben.

Im Ernst: Mir ist wichtig, dass solche Kleinigkeiten stimmen. Sicherlich übertreibe ich manchmal, aber als Leserin kann ich mich gut darüber aufregen, wenn mir was von Walnussernte im Februar erzählt wird. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als Dinge zu überprüfen.

Und eigentlich geht das auch recht schnell. Wenn ich nicht von Wikipedia aus von hier nach da und woanders hin surfen würde... Bei der Recherche zur den Fernsehserien der Achtziger und Exorzismus bin ich zum Beispiel in der deutschen Synchronkartei ausgekommen. Hochinteressant, kann ich nur sagen...

Geschrieben ca. 175 Seiten

Redaktion


Die metaphorische Referenz an "Tischlein deck dich" ist rein zufällig.

handlung.pngNachtrag Mitte April

Ich führe mein erstes ausführliches redaktionelles Telefonat mit meiner externen Wunsch-Lektorin Momo Evers.

Die gute Nachricht: Ich habe gefühlt 400 neue Ideen, die ich jetzt noch einbauen möchte. Die schlechte Nachricht: Ich habe gefühlt 400 neue Ideen, die ich jetzt noch einbauen möchte. Einige Kleinigkeiten werden geändert. Zum Beispiel ist Merle nicht mehr bei der Stiftung Kinder Zukunft und Jens statt Pressesprecher ihr direkter Mitarbeiter und Rechtsanwaltsfachangestellter (Dieses Monsterwort werde ich vermeiden, wenn ich kann!).

Außerdem zickt der Meta-Plot. Ein bisschen. Ich meine: Ich wusste, dass er das tun würde. Er tut das immer. Aber nett ist das nicht, kein bisschen.

Genau dafür sind ja Lektoren da. Um der Autorin zu helfen, dieses widerspenstige, zappelnde Plot-Zicklein wieder einzufangen und auf den rechten Weg zu bringen.

Geschrieben ca. 160 Seiten

Rückschlag

recherche.pngNachtrag Anfang April

Zurück in die Vergangenheit arbeite ich den Lebenslauf von Merles Vorfahren und Nach-Namensgeber Hans weiter aus und stelle fest: So geht das alles gar nicht!

Inzwischen weiß ich gar nicht mehr, warum ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass Baden-Württemberg überwiegend katholisch ist. Das stimmt zwar für einen Teil des Landes, aber eben nicht für das Markgräflerland, in dem sich die Reformation schon früh über das Herrscherhaus Baden-Durlach durchgesetzt hat. Das hab ich davon, wenn so viel recherchiere und - soweit das in einem fantastischen Werk möglich und sinnvoll ist - realistisch blieben möchte.

Also die Handlung entweder wieder 100 Jahre weiter zurück in die Vergangenheit (vor die Reformation) oder geographisch in eine katholisch geprägte Region verlegen.

Beides passt mir nicht.

Schwindeln kommt nicht infrage, selbst wenn es Steinberg nicht gibt und eigentlich niemand das Gegenteil behaupten kann, wenn ich sage, dass es katholisch geprägt ist.

Mist. 

Geschrieben: ca. 140 Seiten

Ende


Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende

handlung.pngNachtrag Anfang April 2013

Seitdem das Exposé abgegeben ist, habe ich das Ende des Buches fertig im Kopf. Bisher schreibe ich bis auf die in Durcheinander genannte Ausnahme chronologisch, um mir Überarbeitungen zu ersparen. Brüche ergeben sich sonst bei mir zwangsläufig. Aber heute ist mir nach Ende.

Es ist ein schönes Ende. Jetzt frage ich mich: Sollte ich nicht einen märchengemäßen letzten Satz wählen? Ich schwanke noch. Im Moment wirkt es eher ein bisschen albern. Aber Thomas* und Merle machen auf den letzten Seiten ohnehin ein paar dumme Bemerkungen, die ich ihnen vermutlich noch aus dem Mund streichen werde. 

Geschrieben: ca. 125 Seiten

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*Edit: Im November 2013 wird aus Thomas Wolff Jakob Thomas Wolff. Warum das so ist, steht hier

Die Sexszene zweiter Teil

schwarzer-balken.png

handlung.pngNachtrag Anfang April 2013

Ich schreibe sie endlich, die besagte Szene. Das Schlimmste daran ist ja, dass ich mir nach einigen Stunden ein paar Seiten rausquäle, an denen ich gerade überhaupt nichts mehr erotisch, romantisch oder auch nur ansprechend finde. Mit der intensiven Beschäftigung verliert „das eine Thema“ jeglichen Reiz.

Mir ist klar, dass man das genauso üben kann, wie alle anderen Szenen. Ich kenne dieses Phänomen schon von extrem emotionalen, besonders traurigen oder aktionsgeladenen Szenen. Nach ein paar Stunden bin ich so abgestumpft, dass ich gar keine Emotionen oder Action mehr empfinde, sondern alles langweiliger Wortbrei wird.

Da hilft nur: unbedingt ein paar Tage warten und dann erst überarbeiten.

Immerhin freut sich meine Lektorin über meine Steh- äh, Gehversuche, lacht mich freundlich ein bisschen aus und verspricht mir, „Knaurs-Best-Of-Sexszenen“ zur Anschauung zu schicken. Ich lese und… schweige.

Geschrieben: ca. 110 Seiten

Ein Bild von Thomas*



Ein Blick in den Spiegel verrät gern etwas über Protagonisten

personen.png

Nachtrag Anfang April 2013

Beim Hüter der Worte habe ich schon festgestellt, dass es zwei Arten von LeserInnen gibt: Die einen wollen eine möglichst genaue Beschreibung der Figuren (Größe, Augen, Haare, Kleidungsstil). Für die anderen transportiert sich das Aussehen mehr über die Beschreibung von Gestik oder Bewegung. Manche der letzteren gehen sogar soweit, dass sie die „wahren“ Figurenmerkmale ignorieren: „Braune Haare? Für mich ist der blond und das bleibt auch so.“

Thomas wird beschrieben und erscheint nun in Form eines Fotos auf der Webseite seiner Fakultät wortwörtlich auf der Bildfläche. Wenn Merle das Foto bei ihrer ersten Begegnung mit der Realität vergleicht, stellt sie natürlich Unterschiede fest, denn das Foto ist uralt.

Selbst wenn theoretisch alles an Personenbeschreibung später rausgestrichen würde, habe ich jetzt ein Bild von Thomas. Die Figur bekommt Substanz und ist aus dem eher nüchternen Exposé heraus be-greifbar geworden.

Geschrieben: ca. 100 Seiten

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*Edit: Im November 2013 wird aus Thomas Wolff Jakob Thomas Wolff. Warum das so ist, steht hier