Der Handlungsort – Die Region

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Regenbogen über den Wiesen bei La Ila (La Villa/ Stern)

Der Haupthandlungsort ist das Gadertal in Südtirol, auf Italienisch und Ladinisch Val Badia genannt. Die deutsche Übersetzung ist damit schon falsch, denn der namensgebende Fluss Gader heißt auf Ladinisch La Gran Ega, was mit Das Große Wasser zu übersetzen wäre. Badia bedeutet im Italienischen/ Ladinischen dagegen Abtei, womit die seltener verwendete Bezeichnung Abteital eigentlich die richtigere ist.

Verwirrend? Ja. Das hat mit der Geschichte dieser Region zu tun. Die Menschen im Gadertal sprechen bis heute Ladinisch, das im antiken Lateinisch wurzelt und (vielleicht - da scheiden sich schon die sprachwissenschaftlichen Geister) mit dem Räto-Romanischen verwandt ist.

Obwohl sowohl Deutsch (u. a. unter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia) als auch Italienisch (u.a. durch den italienischen Faschismus zwischen den Weltkriegen) seine Spuren hinterlassen hat, haben sich die ladinischen Sprachinseln bis heute gehalten.

Heute ist das Gadertal Teil der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und Ladinisch als ethnische Minderheitensprache anerkannt. Ortsnamen sind in allen drei Sprachen angegeben und auf Wanderkarten findet sich ein wildes sprachliches Gemisch für die Namen der Berge, Täler und Seen.

Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich im Roman die ladinischen oder die damals offiziellen deutschen Ortsnamen verwende. Meine Protagonisten sprechen Ladinisch (hauptsächlich - dazu später) und ich streue einzelne ladinische Begriffe ein. Für die Ortsnamen wirkt es jedoch merkwürdig und stört teilweise sogar den Lesefluss.