Vito Roberto Costa, * 17. März 1896

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Statue von Vittorio Emanuele II. im Torre della Battaglia San Martin, einem Museum nahe Desenzano del Garda, das sich den Einigungskriegen Italiens widmet. 

Wenn ein Roman eine Liebesgeschichte sein soll, dann braucht es für Elisa natürlich einen „Love Interest“. Das ist Vito, der eines Tages mit seiner Familie in Elisas Dorf zieht.

Zunächst wächst Vito auf dem Weingut seines Großvaters (Nonno) Roberto Cancelletti in der Toskana auf, der Familie seiner Mutter. Sein Vater Jakob Costa hat in den 1880er Jahren das Heimatdorf in den Dolomiten verlassen, um im Süden sein Glück zu finden.

Schon bei Vitos Geburt wird ein Kompromiss geschlossen, der bezeichnend für das schwierige Verhältnis zwischen dem Patriarchen Cancelletti und seiner Tochter, beziehungsweise seinem Schwiegersohn ist: Vito soll nach Vittorio Emanuele II. benannt werden, dem ersten Regenten des jungen Königreichs Italien. Nun ist aber Vitos Vater Österreicher und eben diesen hat der italienische König bei seinem Einigungsbestreben Gebiete abgenommen.

Vitos Mutter Lucia vermittelt und aus Vittorio wird Vito. Lucia steht ihr gesamtes Leben zwischen ihrem Vater und ihrem Mann, den sie aus Liebe und unter Stand geheiratet hat. Sie opfert sich auf, doch am Ende wird ihr das nicht vergolten.

Zurück zu Vito. Er geht in Lucca zur Schule und will später in Pisa studieren. Man kann durchaus sagen, er ist mit den „goldenen Löffeln im Mund“ geboren. Er ist neugierig und interessiert sich für die Welt. Wenn er mit seinem Nonno den Hafen von Livorno besucht, kann er sich nie zwischen dem Anblick des Meeres und dem der großen modernen Dampfschiffe entscheiden.

Vitos Nachname Costa ist ebenfalls sehr typisch für das Gadertal (die eingedeutschte Variante ist Kostner) – und hier ergibt sich einer der frühesten Rechercheepisoden, die plötzlich Eigenleben entwickeln: Als ich meine liebe Freundin und Kollegin Prisca Lo Cascio nach ein paar typischen italienischen Nachnamen samt regionaler Zuordnung frage, stolpert sie über Costa und erklärt mir, dass dieser Name auch in Kampanien (Süditalien, Neapel) häufig vertreten ist.

Vito begegnet also einem Namensvetter aus dem tiefsten Süden. Und das gibt seiner Geschichte eine entscheidende Wendung.