Wo liegt Galizien?

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Mit diesen tragbaren Öfen haben die Soldaten in kalten Nächten ihre Lager geheizt. Exponat im ladinischen Museum "Ciastel de Tor", Sonderausstellung "1914 – 1918 Jenseits aller Grenzen. Die Ladiner erzählen ihre Geschichte"

Das habe ich mich zu Beginn der Recherche gefragt. Dieses Galizien ist vor über einhundert Jahren Teil der Habsburger Monarchie. Und ein Land, mit dem ich mich nie beschäftigt habe und das gefühlt weit, weit weg ist, rückt plötzlich ganz nah: Galizien war einst der Name der Ukraine.

Während ich über die damaligen Schlachten lese, in denen Armeen „wie Unkraut“ vernichtet werden, herrscht ironischerweise dort, im Osten Europas, wieder Krieg.

Ich weiß nicht, wie oft ich beim Studium der alten Zeitungen gedacht habe: Mensch, haben die Menschen nichts dazugelernt? Wie habe ich glauben, hoffen können, in diesem Europa des 21. Jahrhunderts, wird es keinen Krieg mehr geben? Es ist ein trauriger Teil meiner Arbeit.

Freizeitbeschäftigung: Charpie zupfen

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Aufruf im Pustertaler Boten am 11. September 1914

Nach Kriegsbeginn im Sommer 1914 gibt es einen steten Bedarf an Verbandmaterial. Die Charpie wird von den Frauen „daheim“ gezupft, gesammelt und dann z.B. vom Roten Kreuz, in Säckchen verpackt.

Mich wundert es zu Beginn, dass in den Aufrufen explizit darauf hingewiesen wird, „mit reinen Händen zu zupfen“. Wird das Material nicht sterilisiert? Das Wissen und die Möglichkeiten bestehen zu dieser Zeit bereits. Wundbrand und Entzündungen sind dennoch an der Tagesordnung.

Eine Vermutung ist, dass die Fäden verklumpen/ filzen/ ihre Saugeigenschaften verlieren. 

Ich probiere das einfach aus: zerzupfe also ein Leinentuch, koche die Garnfäden einige Minuten ab und stelle fest: Sie sind so gut wie vorher. Ich vermute daher, dass man z.B. Bauersfrauen dazu „erziehen“ will, nicht aus dem Hühnerstall direkt zur Charpie überzugehen, sondern generell auf Hygiene zu achten. 

In den hochalpinen Stellungen, in denen das Verbandmaterial knapp wird, nimmt man übrigens Wollgras.